Tipps für gute Fotohalbmarathon-Fotos

Die richtigen Motive zum Fotografieren finden, ist für jeden Straßenfotograf eine dsc02465Herausforderung. Nicht immer findet sich an jeder Ecke ein blühender Kirschbaum, viele Motive sind flüchtig, und auf die Befindlichkeiten der Mitmenschen muss auch noch Rücksicht genommen werden. Von der geltenden Rechtslage ganz abgesehen.

Deswegen möchten wir euch einige Tipps an die Hand geben, die euch hoffentlich beim Fotografieren helfen.

1. Brainstorming

Ok, du hast den Themenzettel in der Hand, liest die Themen und denkst dir nur: Hä? Wie soll ich denn..? Was soll ich..? Hm. Da hilft es, sich erst mal alle Gedanken zu notieren, die einem spontan zu den Themen einfallen. Dabei geht es nicht darum, besonders einfallsreich zu sein, sondern was am besten zu den Themen passt. Denk daran: Eine einfache Bildidee ist nichts schlechtes. Du musst es nur gut ins Szene setzen. Das ist die eigentliche Herausforderung: Mach ein gutes Foto. Wenn du jemandem deine Bildidee erklären musst, funktioniert das Foto nicht.

2. Nimm nicht zu viel Equipment mit

Du wirst den ganzen Tag unterwegs sein. Pack das Equipment ein, das du auch sonst gerne und häufig nutzt. Mehr wirst du nicht brauchen, denn du wirst die meiste Zeit mit der Bildersuche beschäftigt sein.
04-ausruestung.jpgFotografierst du mit einer Kompaktkamera, denk an eine Ersatz-Speicherkarte und -Akku. Bist du mit einer Spiegelreflex unterwegs, denk daran: Du machst das Foto, nicht deine Kamera oder dein Stativ. Packe neben deinem Body ein oder zwei Lieblingsobjektive ein. Denk lieber an einen Ersatz-Akku, als an eine ganze Blitzanlage, die du dann doch nicht einsetzt.

3. Hol dir Hilfe

Überzeuge eine Freundin oder einen Freund, dich zu begleiten. Gemeinsam kommt man auf ganz neue Ideen. Selbst wenn deine Begleitung nicht fotoaffin ist, hilft es doch ungemein, Überlegungen mit jemandem zu besprechen. Nicht zu unterschätzen ist auch die seelische Stütze, die sie dir an diesem Tag gibt. Du wirst vielleicht irgendwann aufgeben wollen oder an einem Thema verzweifeln. Ein Freund wird wollen, dass du durchhältst und dich zur Not zur Ziellinie tragen. Außerdem: Jeder Profi-Fotograf hat einen Assistenten, der Licht oder Reflektoren hält. Warum solltest du dann alles alleine schaffen wollen?

4. Sei mutig

Trau dich, Fremde anzusprechen. Frag sie, ob sie dir bei der Umsetzung einer Bildidee 05-nervenkitzel2.jpghelfen. Menschen bedeuten Emotionen. Ein emotionales Bild durch Personen zu erzeugen, ist viel einfacher, als einen Stein gekonnt in Szene zu setzen. Die Angst vor Zurückweisung ist zwar da, aus Erfahrung können wir aber sagen: Die Leute helfen meist gerne aus und sagen zu Fotos fast immer Ja. Halte nach Leuten Ausschau, die auf dich freundlich und offen wirken, und nicht in Eile sind.

5. Mach auch mal ne Pause

Manchmal ist es wie verhext: Zu einem Thema will dir einfach nichts einfallen. Du zermarterst dir das Hirn und es kommt…nichts! Ist aber nicht schlimm, nutze diese Phase einfach für eine kleine Pause. Setz dich ins nächstgelegene Café und vielleicht fällt dir bei einem erfrischenden Getränk DIE Idee in den Schoß. Und wenn doch nicht: Hab Mut zur Lücke. Bevor du nicht fertig wirst oder abbrichst, lässt du das Thema eben aus und machst ein schwarzes Foto. Es ist nur ein Fotowettbewerb. Die Veranstaltung soll Spaß machen. Sie soll dich zwar fordern, aber nicht verzweifeln lassen.

6. Mach dir Gedanken über deine Bildsprache

Auch wenn du 10 Einzelfotos machst, schaut die Jury sich deine Bilder als Serie an. Es kann helfen, sich vorher über die Bildsprache Gedanken zu machen. Eine stimmige Serie wertet auch deine Einzelbilder auf. Möchtest du z.B. nur in schwarz-weiß oder farbig fotografieren? Arbeitest du nur im Querformat oder willst du im Format variieren? Führst du einen roten Faden ein, indem du ein Gimmick (z.B. einen Würfel) in deine Bilder einbaust oder alle Bilder an einer Location schießt? Bilder in schwarz-weiß sind nicht automatisch besser, sie reduzieren häufig das Motiv auf das Wesentliche. Wenn du farbig fotografierst, solltest du das auch durchhalten. Ein einzelnes Bild in schwarz-weiß oder sepia unterbricht häufig den Serienfluss.

7. Hab keine Angst vor Technik

Es geht um die Umsetzung von 10 Themen in 10 Fotos. Hinter jedem Bild steckt bestenfalls eine Idee, eine Vorstellung. Was verbindest du ganz persönlich mit einem Thema? Das Bild muss für sich sprechen, es braucht dazu eine klare und einfache Bildsprache. Abstrakte Ideen sind vielleicht besonders einfallsreich, aber schwer in ein Bild cropped-IMG_550811.jpgzu transportieren. Anderen, insbesondere die Jury, wird es umso schwerer haben, diese Idee herauszulesen und nachzuvollziehen. Das Bild kann auch technisch einwandfrei sein, mit Tiefenschärfe und Pipapo, wenn es aber keine Emotionen weckt, wird es seinen Zweck verfehlen. Nimm die Kamera und die Einstellungen, mit denen du dich sicher fühlst. Versuche dabei, deine persönliche Idee hinter einem Thema sichtbar zu machen.

8. Alles was Recht ist

Wir sind keine Juristen, deswegen nur soviel: Wir bewegen uns im deutschen Rechtsraum, und das hier geltende Recht ist unbedingt zu beachten. Jeder ist da für sich selbst verantwortlich, wir als Veranstalter können euch das nicht abnehmen. Bitte macht euch selber über die Gesetze kundig und handelt entsprechend.

9. Dabei sein ist alles

Ja, der olympische Gedanke zählt. Wirklich. Das meinen wir ernst! Am Ende zählt, dass man sich einer Herausforderung gestellt hat, sich kreativ austoben konnte und gemeinsam Zeit unter Gleichgesinnten verbracht hat. Getoppt wird das bestenfalls noch durch viele schöne Bilder. Auch wenn du nicht hundertprozentig mit einer Fotoausbeute zufrieden bist: du hast nichts zu verlieren! Entweder du gewinnst und deine Bilder werden gezeigt oder eben nicht. Es wird keine “Ausstellung der schlimmsten Bilder” geben. Gab es nicht, gibt es nicht und wird es auch nicht. Stattdessen wirst du Leute kennenlernen, die die selbe Leidenschaft wie du verfolgen: Die Fotografie.

Fazit

Du kannst nur gewinnen: an Erfahrung, an Austausch und an Begegnungen. Wir hoffen, wir können dir mit diesen Tipps ein bisschen die Unsicherheit nehmen. Wir freuen uns auf dich, einen spannenden Tag mit vielen fotografischen Herausforderungen und jede Menge Bilder einer Stadt.

Zur Anmeldung geht es hier.

 

Mit freundlicher Genehmigung Iris Exner / Fotomarathon Aschaffenburg